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Zeitwohnen-Aachen.de präsentiert: Abtei Burtscheid

Die Abtei Burtscheid besteht seit dem Jahr 997 und war anfangs eine Benediktinerabtei. Im Jahr 1220 verwandelte sich die Abtei zur Zisterzienserinnenabtei. Es kam im Jahr 1802 im Zuge der Säkularisation zur Auflösung der Abtei.

Geschichtliches

Kaiser Otto III. gründete die Abtei im Jahre 997 und beauftragte den Abt Gregor mit der Neugründung. Am 6. Februar 1000 überreichte Otto III. dem Benediktinerkloster dann den Königshof Cagenberg. In einer Urkunde, die aus 1018 stammt, geht hervor, dass Kaiser Heinrich II. der Abtei einen Zehntbezirk überreichte. Heinrich II. veranlasste einen Tausch, der enthielt, dass der Königshof Cagenberg an Heinrich fiel und dafür Abt Benedikt bekam die Pfarre St. Martinus zusammen mit der Evermarus-Kapelle in Rutten. Auch Güter in Lauw sowie Herstappe wurden dem Abt zugesagt. Die Abtei wurde 1220 aufgelöst und es wurde ein Zisterzienserinnenkloster daraus. Hier lebten überwiegend die höheren Töchter des Adels und das Kloster war ein Damenstift des Adels. Durch Erbschaft kamen in weiterer Folge einige Besitztümer dazu. Auch Ländereien in Orsbach sowie Vetschau gingen in den Besitz der Abtei über. Die Abtei hatte die Klosteraufsicht über die Zisterzienserinnen über. Dann, im 14. Jahrhundert, übernahme diese Aufgabe die Abtei Himmerod und seit dem 16. Jahrhundert hatten diese Aufgabe die Äbte der Benediktinerabtei Clervaux inne. Es gab Visitationen und sie wurden von Äbten des Klosters Val-Dieu durchgeführt.

Die Abtei erwarbt im Jahr 1649 die Vogteirechte für sich. Johann Dietrich war der letzte Erbvogt und starb im Jahr 1645. Sein Sohn Franz Ignanz war zu dieser Zeit noch minderjährig und somit nannten sich die Äbtissinnen ab nun Erbvögte. Bei einer dieser Visitationen wurden grobe Verstöße festgestellt. Am Beginn des 18. Jahrhunderts waren die Zucht sowie die Ordnung nicht zufriedenstellend. Die Kirche war in einem desaströsen Zustand und die materiellen Güter hatten eine schlechte Verwaltung. Es gab Verschwendungssucht und auch die Bäder waren in einem katastrophalen Zustand. Die nächsten Jahrzehnte wurde an diesen Zuständen nicht viel verändert. 1781, nach einer erneuten Visitation, wurde angeführt, dass diese fahrlässigen Zustände nach wie vor existierten. 1713 wurden die Mängel gesichtet und all die Zeit wurde es nicht abgestellt, sondern es verschlimmerte sich die Situation noch. So kam es zum Absetzen einer Äbtissin, was es noch nie vorher gab. Im Jahr 1802 wurde die Abtei im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Die Güter der Abtei wurden verstaatlicht.

Das Abteigebäude

Abt Gregor errichtete 997 ein Klostergebäude, welches gleich neben der Nikolaus-Kapelle stand. Die alten Bauten erfuhren dann um circa 1350 eine Erneuerung. Auch in den Jahren zwischen 1610 und 1620 kam es zu Neubauten. 1667 wurde der Ostflügel neu errichtet, und zwar im Maas-Renaissance-Stil. Es gibt einen Keilstein, der mit 1654 datiert ist und im Kreuzgang platziert ist. Er befindet sich über dem Wappen der Eltern der Äbtissin Henrika Raitz von Frentz.

Das Refektorium befand sich linksseitig zur Klosterpforte. Im Jahr 1617 wurde der westliche Flügel gebaut, welches als Unterkunft für die Äbtissin diente. Der Westtrakt hatte eine Pforte mit rundem Bogen und hier gab es auch einen Keller. Hier im Keller wusch man ab 1912 die Wäsche. Im Zweiten Weltkrieg diente dieser Kellerraum auch als kleiner Schutzraum bei Luftangriffen. Die Backstube des Klosters lag im südlichen Flügel. Im Jahr 1794 gab es eine Zeit lang ein Militärspital der Franzosen. Das Abteigebäude wurde bei der Säkularisation zum Verkauf frei gegeben. Viele Arbeiter und deren Familien fanden hier in den Räumen Mietwohnungen.

Geschichte / Gegenwart

Die Stadtadministration Aachen verhandelte am 3. Juni 1952 mit der Krankenhausabteilung. Ein Teil vom Kreuzgang sind erhalten und auch das östliche Abteigebäude. Man sanierte den Nordteil des einstigen Kreuzganges, welcher im Zweiten Weltkrieg beschädigt wurde. Es ist heute die Schatzkammer hier untergebracht, wo man den Abteischatz besichtigen kann. Im Jahr 1985 kam es zur Übertragung der Leitung an das katholische Marienhospital. Seit damals sind die Ordensschwestern nur noch für die Seelsorge sowie den Besuchsdienst im Krankenhaus zuständig.

Die Abteikirche

Das Kloster wurde 997 errichtet und Abt Gregor ließ eine kleine Kapelle erbauen. Diese war dem Hlg. Nikolaus geweiht und es war das erste Mal, dass der Hlg. Nikolaus Kirchenpatron war. Der Hlg. Nikolaus wurde speziell im Osten sehr verehrt. 1628 kam es zum Neubau dieser Kapelle, den die amtierende Äbtissin veranlasste. Der Neubau lag am Ort, wo heute das Pfarrhaus steht, in St. Johann. Gregor erlebte noch den Neubau einer zweiten Kapelle und diese wurde dem Hlg. Apollinaris geweiht. Heinrich II. gab der Abtei wertvolle Stiftungen und somit ersetzte man die Kapelle durch eine Kirche. Bischof Gerhard I. von Cambrai weihte die Kirche dem Johannes dem Täufer im Jahr 1017. Die Johannis-Kirche war einschiffig und wurde im frühromanischem Stil gebaut. Sie hatte ungefähr eine Länge von 20 Metern und eine Breite von acht Metern. Sie besaß auch ein Querschiff mit halbrunder Apsis sowie einen Turm von quadratischem Ausmaß. Heute existieren dazu nur noch fünf romanische Säulen. Diese wurden im Gartenhaus der Äbtissin dazu gebaut. In späterer Zeit verfrachtete man die kleinen Säulen in die Schatzkammer und ersetze die Säulen im Gartenhaus mit Nachbildungen.

Anna Carola Margaretha van Renesse van Elderen ordnete den Bau einer neuen Abteikirche an. 1736 begann der Bau und die Pläne dazu steuerte der Baumeister Johann Joseph Couven bei. Die Hausteine kamen aus dem Steinbruch bei Buschhausen und andere Steine kamen aus diversen Steinbrüchen, wie etwa aus Raeren. Der Totenkeller dieser Kirche liegt unter dem Chor. Es gibt eine Treppe mit vierzehn Stufen, die zu dem Totenkeller führen. Die Treppe befindet sich im Außenbereich im Nordosten. Die Grabkammern sind mit Nummern versehen und der Keller hat ein tonnenschweres Gewölbe. Der Raum ist zwischen 2,20 bis 2,60 Meter hoch und 9,30 Meter lang. Es gibt 32 Grabkammern und diese sind in gutem Zustand erhalten geblieben, wobei zwei einstürzten.

Das Abteitor

1644 wurde das Tor zur Abtei Burtscheid errichtet, welches die Äbtissin Henrietaa Raitz von Frentz anordnete. Ein Wappenstein ist auf 1644 datiert und über dem Tor zu sehen. Das Tor ist ein Artefakt im Baustil der Maas-Renaissance und es gibt nur wenige in der Stadt Aachen, die noch existieren. Blausteinglieder sowie Backsteinflächen sind dazu gegensätzlich verwendet worden. Am 11. April 1944 kam es zu einem folgenschweren Bombenangriff auf Burtscheid. Dabei kam es zum verheerenden Brand und der Bau wurde ein Opfer der Flammen. Die Hauptfassade ist aber großteils erhalten geblieben. Die Rückansicht wurde im Jahr 1947 durch einen LKW weggerissen. 1949 wurde eine Eisenbetondecke eingezogen und auch Sicherungspfeiler wurden zum Schutz angebracht. 1950 folgte eine vollständige Restaurierung des Tors.

Einige Informationen zum Abteischatz

Der Abteischatz weist eine wichtige Sammlung von sakralen Kunstgegenständen auf. Die Geschichte der Abtei wird dadurch über Jahrhunderte aufgezeigt. Einige Kunstgegenstände sind:

  • Aus dem 12. Jahrhundert stammt die Nikolaus-Mosaik-Ikone. Die Ikone soll wundertätige Kräfte besitzen und der Abt Caesarius von Heisterbach schilderte dieses im Jahr 1180.
  • Aus dem Jahr 1865 stammt das Bernhardus-Reliquiar. Dieses stammt von Martin Vogeno und wurde zur Erinnerung an Bernhard von Clairveaux geschaffen. Dieser gründete einst den Zisterzienser-Orden.
  • Ein Kopfreliquiar ist die Evermarus-Büste, die von Goldschmieden kreiert wurde. Die Namen der Goldschmiede sind unbekannt, aber die Entstehung lag circa um 1707. Goldene Muscheln schmücken die Büste und die Büste ist zur Erinnerung an den Namenspatron der Abtei Burtscheid entstanden. Dieser wurde überfallen und erschlagen und in Rutten bei Tongeren beerdigt.
  • Die Steinfassung der Lautentiusbüste dürfte aus dem Jahr 1280 stammen. Der Kopf- und Zierkragen ist aus Silber und stammt vermutlich aus dem Zeitraum 1480 bis 1500.
  • Die Armreliquiar des Johannes des Täufers, ist als Büste dargestellt. Sie wurde 1370 kreiert und besitzt viele Edelsteine, Perlen sowie Gemmen. Außerdem weist sie eine wundervolle und kostbare Königskrone auf.
  • Der älteste Wertgegenstand ist das Bergkristall-Reliquiar. Es wird vermutet, das der Gegenstand von Ägypten über Konstantinopel den Weg nach Aachen nahm. Das Reliquiar stammt aus dem 19. Jahrhundert und über dessen Fuß prangt eine kleine Flasche. Sie ist aus Bergkristall und weist Rundstäbe auf und hat einen lilienförmigen Passkranz. Darin befindet sich ein Zahn, als Reliquie des Hlg. Zacharias. Ein zweites kleineres Gefäß beinhaltet das Blut des Johannes des Täufers. Der Passkranz hat eine Inschrift in Niellotechnik.
  • Nur bei Festivitäten wird das Äbtissinnenkreuz der Öffentlichkeit präsentiert. Es stammt aus dem Jahr 1230 und wurde als Doppelkreuz hergestellt. Es befinden sich viele Edelsteine, perlen sowie Filigranen auf dem Kreuz und es versinnbildlicht ein antikes Gemmenkreuz.
  • Im Jahr 1740 wurde das barocke Altarkreuz angefertigt. Es hat ein aufgesetztes Kruzifix, welches circa um 1500 stammt. Dieses wurde von Hans von Reutlingen kreiert.
  • 1806 kam die Barockmonstranz zur Abtei. Sie wurde im Jahr 1737 hergestellt von J. Weery. Die Monstranz war eigentlich für das Kreuzherrenkloster in Maastricht gedacht. Im Jahr 1897 wurde die Monstranz einigen Veränderungen unterzogen.
  • Aus dem Jahr 1785 stammt die Sonnenmonstranz und sie wurde für die Marienkapelle, die sich in Burtscheid befindet, angefertigt. 1903 kam es zur Umarbeitung der Monstranz und im Zuge dieser wurde das Gnadenbild aus dem Jahr 1644 eingearbeitet.
  • In Silber wurde die Turmmonstranz gearbeitet und sie ist auch vergoldet. Sie besitzt einen Vierpassfuß und hat getriebene Engelsköpfe. Auch Girlanden sowie Fruchtschnüre sind darauf eingearbeitet.

Die letzte Äbtissin war Maria Josephina von Eys gen. Beusdael von Zweibrüggen. Sie starb am 12. Dezember 1806 und war von 1788 - 1802 Äbtissin der Abtei. Ihr Wahlspruch lautete: in deo spes mea - in Gott ist meine Hoffnung.

 

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